Über Tiere in Zirkussen soll erst 2019 entschieden werden

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In ihrer am 29. Mai 2018 eingereichten Motion 18.3398 «Keine ungeeigneten Wildtiere mehr in Zirkussen» beauftragte die Aargauer Nationalrätin Irène Kälin (Grüne) den Bundesrat, in der Tierschutzverordnung (TSchV) eine Liste mit Wildtieren zu führen, die künftig nicht mehr auf Zirkustourneen mitgeführt werden dürfen.

In diesem Bereich hinke die Schweiz anderen Ländern nach, so Kälin. Die TSchV erlaubt es Zirkussen, von den Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung abzuweichen, wenn die Platzverhältnisse an den Gastspielorten deren Einhaltung nicht zulassen. Die häufigen Ortswechsel führen zu zusätzlichem Stress für die Wildtiere. In 17 europäischen Ländern ist das Mitführen von Wildtieren bereits verboten.

Der Bundesrat beantragt in seiner Stellungnahme vom 22. August 2018 die Ablehnung der Motion. In den Ländern, die solche Listen eingeführt hätten, gebe es «keine objektiven Kriterien für das Verbot von Wildtierarten», so der Bundesrat. Die 2015 beschlossenen strengeren Tierschutzbestimmungen seien ausreichend. Ausreichend für wen? Auf jeden Fall nicht für die Tiere, konnten doch die zwei Schweizer Zirkusse Gasser-Olympia und Royal seither wieder neue Raubtiernummern ins Programm aufnehmen.
Eine erste Bilanz der strengeren Gesetzgebung kündigt der Bundesrat für Mitte 2019 an. Bis dahin «müssen diese Arbeiten abgewartet werden, bevor entschieden wird, ob sich die in der Motion verlangte Massnahme als geeignet erweist». Abwarten, verschieben, vergessen und begraben – eine Spezialität des Bundesrates, wenn es ums Tierwohl geht.