Der Bundesrat will die Kettenhaltung von Hunden nicht verbieten

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Die am 14. Dezember 2017 von der SP-Nationalrätin Martina Munz eingereichte Motion 17.4171 verlangt ein Verbot der Kettenhaltung bei Hunden.

Martina Munz sieht grossen Handlungsbedarf im Bereich der Ketten- und Zwingerhaltung von Hunden. Die gesetzlichen Grundlagen sind nicht ausreichend, um Hunden, die soziale Wesen mit einem grossen Beschäftigungsbedürfnis sind, ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Die Vorschriften der Tierschutzverordnung (TSchV) sind minimal und deren Einhaltung ist schlecht kontrollierbar.

Gemäss Artikel 71 Absatz 3 TSchV müssen sich angebunden gehaltene Hunde während des Tages mindestens fünf Stunden frei bewegen können. Sie verbringen also den Grossteil ihrer Lebenszeit an einer kurzen Laufkette und in einem meist sehr beschränkten Lebensraum, was nicht artgemäss ist. Martina Munz weist zudem darauf hin, dass die Einhaltung dieser Vorschrift schwer und nicht gerichtsverwertbar zu kontrollieren ist, weil ein Verstoss dagegen nur mit tagelanger ununterbrochener Beobachtung erbracht werden könnte. Sie fordert, dass künftig nur noch das kurzzeitige Anbinden erlaubt sein soll. Ein Verbot der Kettenhaltung würde auch das Konflikt- und Aggressionspotenzial von Hunden reduzieren und wäre somit eine wirkungsvolle Präventionsmassnahme gegen Beissunfälle.

Der Bundesrat beantragte in seiner Stellungnahme vom 14. Februar 2018 zuhanden des Parlaments die Ablehnung der Motion. Er ist der Auffassung, dass die geltenden, im Jahr 2008 verschärften Vorschriften zur Anbinde- und Zwingerhaltung dem Tierwohl bereits genügend Rechnung tragen. Zudem bedeute eine Bewilligungspflicht für die Zwingerhaltung einen administrativen Mehraufwand für Tierhalter und Behörden. Auf den Hinweis von Martina Munz, die Minimalvorschriften seien nicht durchsetzbar, ging der Bundesrat nicht näher ein.

Die Motion wird demnächst in der zuständigen Nationalratskommission behandelt und von dieser zur Annahme oder Ablehnung empfohlen.